Es war am Mittwoch…

…als ich gerufen wurde. Ich sass in meinem Büro, als vom Empfang ein Telefon kam, dass eine Findelkatze gebracht worden ist. Ob ich schnell Zeit hätte, die Eingangs Kontrolle zu übernehmen, da wir gerade zu wenig Leute sind. “Klar doch, mach ich…! ”

Als ich in das Katzenkörbchen guckte, kam mir ein unangenehmer Geruch entgegen. Was für ein Häufchen Elend! Mit den Findern ging ich ins Katzenhaus um dort im Tierärzte Raum das Tierchen näher anzusehen.

Ein Skelett mit Haut überzogen. So stand, oder besser gesagt, wankte die Katze auf dem Tisch. Die Waage zeigte noch ganze 1,1kg an.  Die Puppillen verschieden gross, voller Flohkot, die Flöhe hatten wohl schon das weite gesucht, Eiter, der aus dem Maul tropfte.

Den Findern musste ich erklähren, dass wir mit dem Katerchen zuerst Notfall mässig zum Tierarzt mussten. Sie hatten die Katze gerettet und verstanden wohl hinter meinen Worten was es heisst.

Ich konnte nicht anders. Ich nahm das Häufchen Elend auf den Arm und drückte es sanft an mich. Es miaute leicht und schnurrte… Ganz vorsichtig und sanft trug ich den alten sterbenden Kater in seine Box damit er Ruhe hatte.

Normalerweise schauen wir bei einer Fundkatze die Zähne an, die Augen, die Ohren und wenn diese dreckig sind, werden sie geputzt. Dann wird die Katze gewogen und entwurmt und dann entfloht.

Das wollte und konnte ich diesem armen Kerlchen nicht mehr zumuten.

Einen Moment lang, als er so in seinem Böxchen sass und mich anmaunzte, da wollte ich noch um ihn kämpfen. Da gibt es spezielle “Weltraum” Nahrung für Katzen, ein Pulver, dass man über das Futter streuen kann, damit die Katzen ganz sanft alles aufnehmen können, ohne gleich Durchfall zu bekommen. Etwas temperiertes Wasser geben. Eine Bettflasche für die Wärme, Liebe, Geborgenheit…..

Doch er schaute mich nur an! Also liess ich ihn gehen.

Zur Chefin, Meldung machen, dass man sofort zum Tierarzt muss. Telefon mit dem Tierarzt. Eine Kollegin aufbieten, weil ich es heute nicht schaffe, das Tierchen gehen zu lassen.

Dann zum Katerchen und ein letztes Lebewohl. Bald geht es dir wieder gut.

Da ist er wieder, dort schaut er um die Ecke

Der Tod

Doch er lacht nicht – kein Triumpf in seinen Augen

Seine Arbeit – seit Anbeginn der Zeiten

Ausdruckslos – Gefühllos – Ohne Wenn und Aber

Manchmal triumphieren wir

“Den hast DU nicht bekommen”

Er geht, doch kommt er wieder

Irgendwann

Ich wollte ihm nicht geben, was er bereits besass

Das Tierchen war am gehen, auch wenn ich’s nicht lass

Die Augen sprachen Bände

Ich nahm den Kopf sanft in meine Hände

und liess ihn dann gehen

ich konnte den Tod sehen

in seinen glücklichen Augen

“Grüss mir die, die vor Dir gegangen”

flüstere ich leis ihm zu;

auch wenn meine Zeit gekommen

möchte ich gehen, so wie Du

dann will ich nicht leiden müssen

dann will ich in Würde gehn

Du Tod auch wenn wir “siegen”

Du bist immer da

Meine Tränen für ein Seelchen

Das in meinem Herzen war

 

6 Comments

  1. Lieber Weidendrache
    Die Tierseelen brauchen Menschen wie dich. Dieses Wesen hat den Weg zu dir gefunden, damit du ihm noch ein bisschen Liebe und Wärme hast geben können, bevor es auf seine Reise ins Licht ging.
    Den Sterbenden zuzuschauen ist traurig, ob Tiere oder Menschen. Ich habe das eben bei meiner Schwiegermutter zwei Monate lang miterleben dürfen. Es ist ein Prozess, an welchem wir hier auf Mutter Erde immer noch am lernen sind. Zu lange hat unsere Generation das Thema Sterben und den Tod verdrängt.
    Ich werde heute für das Katerchen eine Kerze anzünden.
    Danke für deine Liebe, die du all diesen wunderbaren Wesen, den Tieren, Tag für Tag schenkst.
    Alles Liebe wünscht dir
    Michèle mit Enekoh Wakass und den A-Ladies

  2. Und schon läuft mir eine Träne aus dem Augenwinkel….
    Du bist ein wundervoller Mensch, ein Tierengel, nur gut, dass es noch solche Menschen wie dich gibt.
    Kopf hoch, diesem Katerchen hast du trotzdem noch sehr geholfen und es werden noch viele Tiere zu dir finden, die du dann wirklich retten kannst.
    Ich wünsche dir ein wundervolles Julfest.
    Alles Liebe
    Alruna

  3. weidendrache

    Euch beiden auch alles Liebe – viel Wärme an diesem Heiligen Tag und ein liebes Dankeschön für die schönen Worte.

  4. Du weisst schon wer ich bin :-)

    Hallo du lieber Mensch,
    deine Worte lösen bei mir Tränen aus. Obwohl ich keine Tränen mer hab, da ich diese in letzter Zeit alle vergossen hab!
    Ich sage immer; unser Beruf ist der schönste aber auch der traurigste…

    Ich fühle mit dir, das arme Katerchen. Zum glück durfte es gehen, es wahr wohl das beste ihn gehen zu lassen!

    Letzhin ging es mir genau so.
    Es war ein Flatrüde, 11 Jahre alt und in den Ferien da es der Besitzerin sehr schlecht ging. Dem armen jungen ging es schon bei der Ankunft nicht gut, zu wenig Blutkörperchen die seinen Körper unterstützten. Nach 4 Tagen ruf ich den TAZ an, Notfallmässig. Der Rüde brach auf dem Spaziergang zusammen und mit den letzten Kräften trug ich ihn zurück. Kaum zurück war der TAZ schon da, er packte eine Spritze raus und spritze Ihm Vitamine. Leise und ganz ruhig lief der TAZ mit mir Richtung Ausgang und sah mich mit grossen Augen an und meinte: Er packt dies nicht, er lebt nurnoch dank Cortison und vielen Medis. Es wäre besser ihn zu erlösen!
    Mit erhobenem Mut und doch trauriger Stimmung teilte ich die meinem Chef mit. Dieser nahm Kontakt mit der Besitzerin auf. Ein ewiges hin und her. Nun wurde der Tag festgelegt. Es war Freitag und am Montag sollte der arme Rüde erlöst werden. Ich dacht nur wieso nicht jetzt, es geht ihm sooo schlecht. Am Sonntagabend so gegen 21.00 Uhr sass ich bei Ihm, er atmete schwer. Ich erzählte ihm die Geschichte der Regenbogenbrücke. Ich sagt ihm Gute Nacht und ging gegen 23 Uhr ins Bett. Eine unruhige Nacht. Um 5 Uhr bin ich blitzartig erwachen und dachte an Jesko…. Ich stand auf und lies meine Hunde auf die Wiese und ging Nachher zu Jeskos Zwinger. Ich warf einen Blick zu Ihm und mir rollten die Tränen über die Wangen.. Er ist von uns gegangen. Er durfte friedlich einschlafen..er war Tod…

    Ja diese armen Tierchen…

    Ich wünsche dir alles guet und auf ein baldiges Wiedersehen.

    Riesenknuddel von mir :-)

  5. Hallo
    Ich habe eben den Kommentar von Jesko gelesen. Für die Menschen, die zuschauen müssen, wie ein Tier seinen Weg ins Licht geht, ist es nicht einfach. Ich finde es toll, auch wenn es für dich im Moment unverständlich ist, dass ihr den Termin für das Einschläfern ausgemacht habt. So hatte Jesko die Gelegenheit selber gehen zu können. Aus Tierkommunikationen nehme ich die Erfahrung mit, dass die meisten Tiere gerne selber sterben täten. Oft erlösen sie mit ihrem Wunsch für das Einschläfern, das Mitleiden der Menschen. Bei den Tieren ist das Sterben nicht anders als bei uns Menschen. Manche Menschen wollen Hilfe von einer Sterbehilfsorganisation, andere möchten den Weg natürlich gehen.
    Du hast ihn wunderschön auf seine Reise vorbereitet, dafür wird Jesko dir ewig dankbar sein.
    Alles Liebe wünscht dir
    Michèle

  6. Du weisst schon wer ich bin :-)

    Vielen Danke Michèle =)

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